Brief an die Gemeinde 09.04.2020

Liebe Gemeinde,

In den vergangenen Tagen gab es hinsichtlich der Auslegung der Kontaktsperre und dem dringenden Bedüfnis von Menschen nach Gebet in ihren Kirchen eine Entscheidung. In Kürze berichtete die heutige OZ davon. Ich zitiere aus einem Brief des geistlichen Vizepräsidenten unserer ev. - luth. Landeskirche Hannovers Arend de Vries, stellvertretend für den Bischofsrat.

„das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung hat uns mitgeteilt, dass das Land „dem Bedürfnis vieler Menschen nach einem stillen Gebet in Kirchen und Gotteshäusern Rechnung tragen“ möchte. Darum soll einzelnen Personen das stille Gebet in einer Kirche ermöglicht werden – bei Beibehaltung aller Abstandsregeln. Mit dieser Bitte sind viele Kirchenmitglieder, aber auch Pastorinnen und Pastoren nicht nur an die Superintendentinnen und Superintendenten und die Landeskirche, sondern auch an das Ministerium herangetreten.
Wenn einzelne Menschen Zugang zu einer Kirche erhalten, gilt dieses nicht als Versammlung im Sinne der „Niedersächsischen Verordnung über die Beschränkung sozialer Kontakte zur Eindämmung der Pandemie vom 02.04.2020“. Hier gab es bislang unterschiedliche Positionen.
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Der Leiter des Krisenstabs beim Land Niedersachsen bedankt sich ausdrücklich dafür, dass wir als Kirche unseren Teil dazu beitragen, dass die Ausbreitung des Virus verlangsamt wird und wir dadurch dazu beitragen, dass die Gesundheitsversorgung beherrschbar bleibt.
Landesbischof Ralf Meister sagt als Vorsitzender des Rates der Konföderation evangelischer Kirche in Niedersachsen: „Ich bin froh, dass es nun eine Regelung für die Öffnung der Kirchen zum stillen Gebet gibt und dass das an Karfreitag und Ostern beginnen kann. Die Verantwortlichen in den Kirchengemeinden haben jetzt die Sicherheit, dass sie unter Einhaltung der geltenden Regelungen zum Schutz vor dem Corona-Virus die Kirchen öffnen können.
Es bleibt der Schmerz, dass wir an Gründonnerstag, Karfreitag und an Ostern nicht in unseren Kirchen Gottesdienste feiern können. Dazu gibt es leider keine Alternativen, wenn wir die Ausbreitung des Virus verlangsamen wollen. Umso dankbarer bin ich den hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Kirchengemeinden und Einrichtungen: Mit großem persönlichen Einsatz arbeiten sie dafür, dass auch in diesem Jahr die Osterbotschaft von der Auferstehung Jesu auf digitalen und analogen Wegen die Menschen in unseren Kirchengemeinden erreicht.“
 
Die Entscheidung über eine Öffnung Ihrer Kirche treffen jetzt Kirchenvorstand und Pfarramt.
Der Kirchenvorstand der Christuskirchengemeinde hat zugestimmt, und begleitet die Öffnung der Kirche zu den Gottesdienstzeiten zusammen mit unserem Küster Stefan Backer.
 
Unter diesen Voraussetzungen können Einzelne kommen:
Zugang und Einlass in die Kirche geschieht nur unter Aufsicht. Die Personen, die diese Aufsicht wahrnehmen, sind dazu vom Kirchenvorstand beauftragt und nehmen das Hausrecht wahr.
Die Aufsichtspersonen öffnen und schließen die Türen bei Wahrung der Abstandsregel. Sie achten darauf, dass auch in der Kirche die Abstandsregeln und die notwendigen Hygienereglungen gewahrt werden. Eine Liste zum Eintragen des Besuchs wird ausgelegt. Bitte tragen Sie Namen und Telefonnummer ein und benachrichtigen uns, falls eine Erkrankung auftritt.
An einer brennenden Kerze können Sie andere Kerzen, z.B. am Lichterbaum entzünden.
Es wird darauf geachtet, dass auch die vor der Kirchentür wartenden Menschen die Abstandsregel einhalten. Ggf. werden dafür auch entsprechende Hinweise angebracht.
Wir weisen aber auch deutlich darauf hin, dass damit das Versammlungsverbot in Kirchen und Gotteshäusern entsprechend der Verordnung vom 02.04.2020 nicht aufgehoben ist. Darum darf auch weiterhin nicht zu Gottesdiensten oder Andachten, auch nicht zu verabredeten Gebetstreffen in der Kirche eingeladen werden.“

Die Christuskirche ist geöffnet: Karfreitag 10-11h, Ostersonntag, 10-11h, Ostermontag 10-11h

Eine Einladung mit einer Aktion der Arbeitsgemeinschaft ChristlicherKirchen Leer in Verbundenheit mit der ACK Osnabrück gebe ich für Karsamstag an Sie weiter.
Leer: Weil wir Ostern nicht gemeinsam feiern können… laden wir, die christlichen Kirchen in der Stadt Leer, Sie herzlich ein zu einer Lichteraktion in der Osternacht am Samstag, 11.April.
Um 20.30h läuten in den Kirchen der Stadt die Glocken und laden alle Menschen dazu ein, eine Kerze in ihr Fenster zu stellen.
Die Kerze steht für alle, die sich fürchten, die verunsichert sind, für die Einsamen und für die Kranken. Die Kerze soll ihnen ein leuchtendes Zeichen sein: Ihr seid nicht allein! Die Kerze stellen wir aber auch auf als Zeichen für uns, dass uns ein Licht aufgeht, wir wahrnehmen, was jetzt Not tut und was wichtig und wer wichtig ist im Leben. Die Kerze ist ein Zeichen für unseren Glauben an Jesus Christus, dessen Auferstehung vom Tod wir Ostern feiern.
Wir laden Sie herzlich ein, machen Sie mit, stellen Sie eine Kerze in Ihr Fenster. Denken Sie an all die Menschen, die wie wir alle jetzt in ihren Wohnungen oder im Krankenhaus am Fenster stehen und bilden so zusammen mit vielen anderen Menschen ein Netzwerk aus Licht und guten Gedanken und Gebeten.
Hierzu fordert Michael Fischer für die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Stadt Leer auf. Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Leer schließt sich damit der Aktion christlicher Kirchen in der Stadt Osnabrück an.

Der Kirchenvorstand der Christuskirchengemeinde schließt sich diesem Aufruf zum Gebet und Licht entzünden an. Die Glocken läuten jedoch erst, wenn in der Osternacht das Osterlob gesungen würde, ca. 22.30 Uhr.

Viele Grüße,
besinnliche Tage,
Silvia Köhler