11.07.2021 FÜR DEN CHORLEITER

Geistlicher Impuls

Täglich Kraft schöpfen

Herzlich willkommen zur Psalm-Meditation!
In dieser Woche lesen wir den Psalm 139. Ein Psalm Davids.
Wo verbergen Sie Ihr wahres Ich vor Gott?
Und wo verbergen Sie es vor anderen?
Dieser Psalm wird uns darin bestärken, uns von Gott geliebt und wert geachtet zu fühlen.
Ich lade Sie ein, jeden Abend mit mir zusammen den Psalm zu lesen, um diese Erfahrung zu machen.
Als Zeichen dafür, dass Jesus das Licht der Welt ist, zünden wir eine Kerze an.
1391FÜR DEN CHORLEITER.
VON DAVID, EIN PSALM.
Herr, du hast mich erforscht
und kennst mich genau.
2Ob ich sitze oder stehe: Du weißt es.
Meine Absicht erkennst du von fern.
3Ob ich gehe oder ruhe: Du merkst es.
Alle meine Wege sind dir bekannt.
4Noch liegt mir kein Wort auf der Zunge,
schon weißt du, Herr, was ich sagen will.
5Von hinten und von vorn hast du mich umfasst
und hast deine Hand auf mich gelegt.
6Zu wunderbar ist dieses Wissen für mich.
Es ist mir zu hoch: Ich kann es nicht begreifen.
7Wohin könnte ich gehen vor deinem Geist,
wohin fliehen vor deiner Gegenwart?
8Würde ich in den Himmel steigen: Du bist dort.
Würde ich mich in der Unterwelt verstecken:
Dort bist du auch.
9Würde ich hochfliegen, wo das Morgenrot leuchtet,
mich niederlassen, wo die Sonne im Meer versinkt:
10Selbst dort nimmst du mich an die Hand
und legst deinen starken Arm um mich.
11Da sagte ich: »Finsternis komme über mich!
Nacht soll mich umhüllen wie sonst das Licht!«
12Doch für dich ist die Finsternis nicht finster,
und die Nacht leuchtet so hell wie der Tag:
Finsternis ist für dich wie das Licht.
13Ja, du hast meine Nieren geschaffen,
mich im Bauch meiner Mutter gebildet.
14Ich danke dir und staune,
dass ich so wunderbar geschaffen bin.
Ich weiß, wie wundervoll deine Werke sind.
15Nichts war dir unbekannt am Aufbau meines Körpers,
als ich im Verborgenen geschaffen wurde –
ein buntes Gewebe in den Tiefen der Erde.
16Ich hatte noch keine Gestalt gewonnen,
da sahen deine Augen schon mein Wesen.
Ja, alles steht in deinem Buch geschrieben:
Die Tage meines Lebens sind vorgezeichnet,
noch ehe ich zur Welt gekommen bin.
17Wie kostbar sind für mich deine Gedanken, Gott!
Wie zahlreich sind sie doch in ihrer Summe!
18Wollte ich sie zählen: Es sind mehr als der Sand.
Würde ich erwachen: Noch immer bin ich bei dir.
19Ach Gott! Ich wünschte mir, dass du die Frevler tötest!
Und ihr Mörder, lasst mich doch endlich in Ruhe!
20Ja, sie widersetzen sich dir in böser Absicht,
voller Tücke erheben sie sich – deine Feinde!
21Sie hassen dich, Herr. Sollte ich sie nicht hassen?
Sollte ich deine Widersacher nicht verabscheuen?
22Ja, ich hasse sie mit aller Leidenschaft.
Zu Feinden sind sie für mich geworden.
23Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz!
Verstehe mich und begreife, was ich denke!
24Sieh doch, ob ich auf einem falschen Weg bin,
und führe mich auf dem Weg, der Zukunft hat!
an.
Meditation nach Thomas Weiß
„Herr, du erforscht mich und kennest mich.“ Psalm 139,1
Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen.
Ja, mein Gott, begreifen kann ich nicht, begreifen kann ich nicht, wie du mich begleitest,
wie du an meiner Seite gehst.
Ich sehe es nicht, ich fühle es nicht, ich wage es nicht zu glauben.
Schließ mich auf, mein Gott.
Das bitte ich dich, Gott, erbarme dich!
Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nacht statt Licht um mich sein-,
so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir.
Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe.
Ja, mein Gott, du hast mich gebildet, gebildet, dass ich lebe, im Licht lebe,
nicht in der Finsternis,
dass ich mich nicht verstecke, dass ich lache, tanze, genieße, was du schenkst.
Ich aber ziehe mich lieber zurück, bleibe lieber in meinem kleinen Kreis,
aus Angst vor dem Neuen, aus Furcht vor dem Glück.
Schließ mich auf, mein Gott, erbarme dich!
Aber wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken!
Wie ist ihre Summe so groß!
Wollte ich sie zählen, so wären sie mehr als der Sand:
Am Ende bin ich noch immer bei dir.
Ja, mein Gott, am Ende bin ich noch immer bei dir.
Am Ende meiner Zweifel, meiner Zaghaftigkeit, am Ende meiner Gedanken und Ideen,
am Ende meiner Suche nach Sinn und Verstand
und am Ende meines Lateins- bin ich noch immer bei dir.
Und dort, bei dir, bin ich aufgehoben, bin ich geborgen und frei.
Schließ mich auf, mein Gott,
das bitte ich dich, mein Gott, erbarme dich!

                           Stille
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.
Ja, Gott, Du hast uns wunderbar gemacht! Danke dafür!
Da können wir nur staunen- staunen über Gott und über die Wunder, die er tut.
Wir beenden die Zeit der Stille und des Gebets, indem wir die Kerze löschen
Und in dem Bewusstsein: Jesus ist das Licht der Welt!
Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.
Herzliche Grüße und Shalom
Adelheid Ulferts