21.03.2022 Psalm 35

Geistlicher Impuls

Täglich Kraft schöpfen

Herzlich willkommen zur Psalm-Meditation!
In dieser Woche begleitet uns der Psalm 35. Die Verse1-28
Viele wissen mit diesem Psalm nichts anzufangen, weil er voller Rachegedanken ist. David leidet unschuldig, weil sein Zorn ergießt sich einer Flut leidenschaftlicher Worte. Da ist nichts zu spüren von „so darf ich nicht fühlen“. Geistliche Reife bedeutet nicht, alle Höhen und Tiefen der Gefühle hinter wohltemperierter Ausgeglichenheit zu verbergen, sondern vielmehr stark und tief zu empfinden. Entscheidend ist dabei aber nicht so sehr, wie oder was wir fühlen, sondern wie wir mit diesen Gefühlen umgehen. David zeigt es uns.
Als Zeichen dafür, dass Jesus Christus das Licht der Welt ist, zünden wir eine Kerze an und lese den Psalm 35, die Verse 1-16. Wir lesen die BasisBibel.
Gott tritt für mich ein
351VON DAVID.
Führe den Streit, Herr, mit denen,
die gegen mich streiten!
Führe den Kampf mit denen,
die gegen mich kämpfen!
2Nimm Rundschild und Langschild!
Steh auf und komm mir zu Hilfe!
3Zücke Speer und Streitaxt!
Richte sie gegen meine Verfolger!
Sag zu mir: »Ich bin deine Rettung!«
4In Grund und Boden sollen sich schämen,
die mich zur Strecke bringen wollen.
Rot vor Scham sollen zurückweichen,
die auf mein Unglück aus sind.
5Sie sollen sein wie die Spreu im Wind,
wenn der Engel des Herrn sie vertreibt.
6Ihr Weg soll dunkel sein und spiegelglatt,
wenn der Engel des Herrn sie verfolgt.
7Denn grundlos legten sie ein Netz für mich aus,
grundlos haben sie mir eine Grube gegraben.
8Verderben soll über den Übeltäter kommen,
ohne dass er es merkt.
In dem Netz, das er heimlich ausgelegt hat,
soll er sich selbst verfangen.
So wird er in sein Verderben stürzen.
9Ich aber jubele über den Herrn
und freue mich über seine Hilfe.
10Mit allen Gliedern meines Körpers bekenne ich:
»Herr, wer ist wie du?«
Du rettest den Armen vor dem,
der stärker ist als er.
Du schützt den Armen und Wehrlosen vor dem,
der ihn berauben will.
11Gewalttätige Zeugen treten gegen mich auf.
Sie fragen mich Dinge, die ich nicht weiß.
12Gutes vergelten sie mir mit Bösem.
Sie trachten mir nach dem Leben.
13Doch einst, als sie krank waren,
habe ich aus Mitleid Trauerkleider angezogen.
Mit Fasten habe ich mich geplagt
und immer wieder für sie gebetet.
14Ich ging umher wie in Trauer
um einen Freund, um einen Bruder.
Ich beugte mich in den Staub,
wie man seine Mutter beklagt.
15Doch als ich selbst ins Unglück stürzte,
liefen sie voller Schadenfreude zusammen.
Jeden Tag will ich dich dafür loben.

Ja, sie taten sich gegen mich zusammen!
Fremde, die ich überhaupt nicht kannte,
zerrissen vor Empörung ihre Kleider.
Sie hörten nicht auf zu schimpfen.
16Als ich bedrückt davonhumpelte,
verspotteten sie mich als einen Krüppel.
Drohend zeigten sie mir die Zähne.

 17Mein Herr, wie lange noch willst du zusehen?
Bring mich in Sicherheit vor ihrem Brüllen!
Führ mich weg von den jungen Löwen,
ich habe doch nur dieses einzige Leben!
18Dann will ich dir danken vor der Festgemeinde.
Vor dem versammelten Volk will ich dich loben.
19Aber meine Feinde, diese Lügner,
sollen sich nicht über mein Unglück freuen.
Und diejenigen, die mich grundlos hassen,
sollen sich nicht mit den Augen zublinzeln.
20Sie reden ja nicht, um Frieden zu stiften.
Sie erfinden falsche Anschuldigungen gegen die,
die im Land friedlich miteinander leben.
21Auch gegen mich rissen sie ihr Maul auf
und riefen: »Haha! Den hat’s erwischt!
Mit eigenen Augen haben wir es gesehen!«
22Du selbst hast es gesehen, Herr.
So schweig doch nicht, mein Herr,
und bleib nicht fern von mir!
23Wach auf, tritt ein für mein Recht!
Mein Gott und Herr, führe du den Streit!
24Verhilf mir zum Recht, Herr, mein Gott,
wie es deiner Gerechtigkeit entspricht!
Die Schadenfreude soll ihnen vergehen!
25Lass sie nicht aus vollem Herzen rufen:
»Haha! Ein gefundenes Fressen für uns!«
Sie sollen nicht sagen können:
»Schon haben wir ihn verschlungen!«
26Alle, die sich über mein Unglück freuen,
sollen sich in Grund und Boden schämen.
Und die das große Wort gegen mich führen,
sollen sich in Schimpf und Schande kleiden.
27Dagegen sollen alle jubeln und fröhlich sein,
die wünschen, dass ich recht bekomme.
Lass sie für immer bekennen: »Groß ist der Herr!
Er will, dass sein Knecht in Frieden leben kann.«
28Dann soll meine Zunge davon erzählen,
dass du mir Gerechtigkeit verschafft hast.
Jeden Tag will ich dich dafür loben.

Alles scheint über den Beter zusammen zu brechen-wenn er nicht bei Gott Halt fände. Gott ist einzigartig: Er rettet die Elenden vor denen, die ihnen zu stark sind. Er bewahrt die Armen

Albrecht Frey:

Wer ist ein Gott wie du?

Du hast Erbarmen und zertritts all meine Schuld,
Du hilfst mir auf in deiner Treue und Geduld.
Du nimmst mir meine Last, nichts ist für dich zu schwer.
Du wirfst all meine Sünden tief hinab ins Meer.

Wer ist ein Gott wie du, der die Sünde verzeiht und das Unrecht vergibt?
Wer ist ein Gott wie du?
Nicht für immer bleibt dein Zorn bestehn, denn du liebst es gnädig zu sein.

                                                 Stille

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.
Und plötzlich tut sich vor dem angefeindeten und verängstigten Beter ein Spalt auf in dieser Mauer der Anfeindung, die sie um ihn gezogen haben: Er kann sich an Gott freuen und kann fröhlich werden, denn Gott ist auf seiner Seite. Und das wünsche ich auch uns: Mögen wir immer wieder erkennen, dass Gott auf unserer Seite ist.
 Wir beenden die Zeit der Stille und des Gebetes, indem wir die Kerze löschen.
Einen schönen Abend und ein herzliches Shalom wünscht Ihnen
Adelheid Ulferts